Jz Heisterkamp, Herne - 18.03.2011

Die Flexibilität von punch 'n' judy konnten wir auf dem bekannten exile-Festival in Herne wieder unter Beweis stellen. Ein durch und durch metallastiges Festival, auf dem wir mit unserem Crossover Folk auch zwischen den härtesten Metalbands bestehen konnten.

In den Vorankündigungen musste ich wieder einmal lesen, dass unsere Musik als "Folk Rock" abgetan wurde. Mir zeigt das, dass diese Leute leider nur unser Info quer gelesen haben können und einzig der Begriff "Folk" dabei hängen geblieben sein muss. Ich bin sicher, dass jemand, der von "Folk Rock" schreibt, nie unsere Musik gehört haben kann. Das finde ich bedauernswert.

Ich spiele gern diese kleinen Festivals in Jugendzentren. Die Eintrittspreise sind nicht hoch und meist kommen viele Leute, die froh sind, dass mal wieder richtig gerockt werden kann. Etwas unglücklich war leider der Beginn der Spielzeit von 18:00 Uhr. Einige sprachen mich im Vorfeld darauf an, dass sie nicht kommen könnten, weil das einfach zu früh war. Das war schade, aber nicht zu ändern.

Lustig war Vloh, der sich mit dem Veranstalter in Verbindung gesetzt hat, um das Schlagzeugthema zu klären. Dies sei aber kaum möglich gewesen, weil unser Schallereignissortierer Jürgen, der sich im Vorfeld schon einmal über die Anlage hat aufklären lassen, für Verwirrung gesorgt habe. Es sei nicht üblich, dass eine Band ihren eigenen Mischer mitbringt. Schon kamen Fantasien hoch wie, die Roadies und den Lichtmann im Tourbus mitzubringen etc.

Vereinbart war, um den Veranstalter vor einen Herzinfarkt zu schützen, dass wir 2 Stunden vor Showbeginn vor Ort zu sein hatten. So fanden wir uns um 16:00 Uhr am Jz Heisterkamp ein. Ganz toll war auch, dass Dani, unsere Merch- und Fotofee wieder dabei war. Sie nahm den weiten Weg auf sich, um uns wieder tatkräftig zu unterstützen und sich um den Merch kümmerte. Danke von hier aus für Dein Engagement.

Das Equipment ausgeladen und im Backstage gemütlich gemacht. So soll es sein. Getränke, Obst und belegte Brötchen standen ausreichend zur Verfügung. Schoki fehlte, aber alles kann man ja auch nicht erwarten ;-) Die Organisation war wirklich vorbildlich. Die Musikanlage dann aber weniger und der Sound dann auch entsprechend. Hier sollte man sich Gedanken machen. Gerade bei den ganzen verzerrten Sounds ist es schade, wenn man nur noch ein Rauschen hört.

Um die Umbauzeit gering zu halten, bereiteten wir schon alles vor, um dann nur noch auf der Bühne alles mit Strom zu versorgen. Im Gegensatz zu den anderen Bands zogen wir unsere Bühnenkleidung an und präsentierten uns, wie Ihr es von uns kennt. So enterten wir die Bühne und spielten diesmal ein Set, dass das Jugendzentrum erschüttern ließ. Ohne Songs wie "Flibberty Gibbet", oder "Sancho says" wurde der gut gefüllte Raum mit "Cravin', Grace o'Malley, The last March, Puppet on a String, Pain of Lies, Koboldkönig und Nestabor" mit reichlich Power und Druck gerockt. Schön zu sehen, dass die Leute von Anfang an mitgingen und sich auf unsere Musik einließen. Allerdings blieb ja auch nichts anderes übrig, da so einige unserer Fans dafür sorgten, dass der Saal brannte. Sogar aus Wuppertal ist man angereist, um uns zu sehen. 2 Stunden Zugfahrt! Unglaublich, aber sehr geil! Schönen Gruß an Euch!

Die Bühne war leider sehr klein. Wir mussten aufpassen, uns nicht gegenseitig wegzufegen. Ein guter Grund, um zeitweise ins Publikum auszuweichen und mit Euch zu rocken. Aber auch das erwies sich als schwierig. Die auf dem Boden positionierten Scheinwerferkannen blendeten dermaßen, dass ich nicht erkennen konnte, ob Sascha vor mir stand, oder schon im Publikum verschwunden war.

Letztendlich hat's aber riesigen Spaß gemacht. Die 45 Minuten waren wieder einmal viel zu schnell vorbei. Nassgeschwitzt und zufrieden brachten wir unsere Brocken wieder Backstage. Anschließend ergaben sich noch einige nette Gespräche mit alten Weggefährten im Backstage und auch am Merchstand wurde noch das ein oder andere Schwätzchen gehalten. Und von hier aus nochmal ein "punch on!" an die Macher des exile-Festivals!

Das leidige Einpacken und Schleppen der ganzen Klamotten mussten wir dann auch noch hinter uns bringen. So ging es dann irgendwann zurück zum Proberaum, um die Sachen unterzubringen. Am nächsten Tag sollte der zweite Streich folgen, aber das ist wieder eine andere Geschichte...