Die Flexibilität von punch 'n' judy konnten wir auf dem bekannten
exile-Festival in Herne wieder unter Beweis stellen. Ein durch und durch
metallastiges Festival, auf dem wir mit unserem Crossover Folk auch
zwischen den härtesten Metalbands bestehen konnten.
In den
Vorankündigungen musste ich wieder einmal lesen, dass unsere Musik als
"Folk Rock" abgetan wurde. Mir zeigt das, dass diese Leute leider nur
unser Info quer gelesen haben können und einzig der Begriff "Folk" dabei
hängen geblieben sein muss. Ich bin sicher, dass jemand, der von "Folk
Rock" schreibt, nie unsere Musik gehört haben kann. Das finde ich
bedauernswert.
Ich spiele gern diese kleinen Festivals in
Jugendzentren. Die Eintrittspreise sind nicht hoch und meist kommen
viele Leute, die froh sind, dass mal wieder richtig gerockt werden kann.
Etwas unglücklich war leider der Beginn der Spielzeit von 18:00 Uhr.
Einige sprachen mich im Vorfeld darauf an, dass sie nicht kommen
könnten, weil das einfach zu früh war. Das war schade, aber nicht zu
ändern.
Lustig war Vloh, der sich mit dem Veranstalter in
Verbindung gesetzt hat, um das Schlagzeugthema zu klären. Dies sei aber
kaum möglich gewesen, weil unser Schallereignissortierer Jürgen, der
sich im Vorfeld schon einmal über die Anlage hat aufklären lassen, für
Verwirrung gesorgt habe. Es sei nicht üblich, dass eine Band ihren
eigenen Mischer mitbringt. Schon kamen Fantasien hoch wie, die Roadies
und den Lichtmann im Tourbus mitzubringen etc.
Vereinbart war,
um den Veranstalter vor einen Herzinfarkt zu schützen, dass wir 2
Stunden vor Showbeginn vor Ort zu sein hatten. So fanden wir uns um
16:00 Uhr am Jz Heisterkamp ein. Ganz toll war auch, dass Dani, unsere
Merch- und Fotofee wieder dabei war. Sie nahm den weiten Weg auf sich,
um uns wieder tatkräftig zu unterstützen und sich um den Merch kümmerte.
Danke von hier aus für Dein Engagement.
Das Equipment ausgeladen
und im Backstage gemütlich gemacht. So soll es sein. Getränke, Obst und
belegte Brötchen standen ausreichend zur Verfügung. Schoki fehlte, aber
alles kann man ja auch nicht erwarten ;-) Die Organisation war wirklich
vorbildlich. Die Musikanlage dann aber weniger und der Sound dann auch
entsprechend. Hier sollte man sich Gedanken machen. Gerade bei den
ganzen verzerrten Sounds ist es schade, wenn man nur noch ein Rauschen
hört.
Um die Umbauzeit gering zu halten, bereiteten wir schon
alles vor, um dann nur noch auf der Bühne alles mit Strom zu versorgen.
Im Gegensatz zu den anderen Bands zogen wir unsere Bühnenkleidung an und
präsentierten uns, wie Ihr es von uns kennt. So enterten wir die Bühne
und spielten diesmal ein Set, dass das Jugendzentrum erschüttern ließ.
Ohne Songs wie "Flibberty Gibbet", oder "Sancho says" wurde der gut
gefüllte Raum mit "Cravin', Grace o'Malley, The last March, Puppet on a
String, Pain of Lies, Koboldkönig und Nestabor" mit reichlich Power und
Druck gerockt. Schön zu sehen, dass die Leute von Anfang an mitgingen
und sich auf unsere Musik einließen. Allerdings blieb ja auch nichts
anderes übrig, da so einige unserer Fans dafür sorgten, dass der Saal
brannte. Sogar aus Wuppertal ist man angereist, um uns zu sehen. 2
Stunden Zugfahrt! Unglaublich, aber sehr geil! Schönen Gruß an Euch!
Die
Bühne war leider sehr klein. Wir mussten aufpassen, uns nicht
gegenseitig wegzufegen. Ein guter Grund, um zeitweise ins Publikum
auszuweichen und mit Euch zu rocken. Aber auch das erwies sich als
schwierig. Die auf dem Boden positionierten Scheinwerferkannen blendeten
dermaßen, dass ich nicht erkennen konnte, ob Sascha vor mir stand, oder
schon im Publikum verschwunden war.
Letztendlich hat's aber
riesigen Spaß gemacht. Die 45 Minuten waren wieder einmal viel zu
schnell vorbei. Nassgeschwitzt und zufrieden brachten wir unsere Brocken
wieder Backstage. Anschließend ergaben sich noch einige nette Gespräche
mit alten Weggefährten im Backstage und auch am Merchstand wurde noch
das ein oder andere Schwätzchen gehalten. Und von hier aus nochmal ein
"punch on!" an die Macher des exile-Festivals!
Das leidige
Einpacken und Schleppen der ganzen Klamotten mussten wir dann auch noch
hinter uns bringen. So ging es dann irgendwann zurück zum Proberaum, um
die Sachen unterzubringen. Am nächsten Tag sollte der zweite Streich
folgen, aber das ist wieder eine andere Geschichte...