Lange und sehnlichst erwartet liegt nun also der Gig im Zelt des Schwarzmarktes wieder hinter uns. Nach der langen Urlaubspause wurde die Ungeduld immer größer, endlich wieder auf der Bühne stehen zu können. Die Vorbereitungen wurden leider wieder mal durch unsere Jobs gestört, wodurch ein kontinuierliches Arbeiten erschwert wurde.
Der Tag war wieder mal etwas chaotisch und die Planungen etwas vage. Der fehlende Gigablaufplan trug beispielsweise dazu bei, so dass wir keine Informationen über Anfahrt, Ankunft, Dauer des Auftrittes etc. bekamen. Irgendwie klappt ja dann doch immer alles und wir sind flexibel genug, dass wir mittlerweile auch mit solchen Gegebenheiten umgehen können.
Schon um 14:00 Uhr hieß es sich zu treffen und gemeinsam zum Proberaum zu fahren. Dort wurden die Brocken eingeladen. Bei der Hitze doch ganz schön schweißtreibend. Nach einer für mich verwirrenden Fahrt durch Gelsenkirchen erreichten wir nach knappen 40 Minuten Duisburg.
Am Zielort angekommen parkten wir erst einmal auf dem Parkplatz des Pulp, mit Sicht auf das am Rhein aufgestellte Zelt. Nach einem Fußmarsch von gefühlten fünf Kilometern erreichten wir den Schwarzmarkt. Na ja ein paar Stände waren schon aufgebaut, aber das Ganze als Markt zu bezeichnen empfand ich schon als übertrieben.
Das Zelt war der Hammer. Eine riesige Bühne, die gerockt werden wollte, Stehtische, Sitzplätze und eine Bar mit Lounge und Blick auf den Rhein ließen mich kurzfristig vergessen, mich für die Show vorzubereiten. Sehr ansprechend und geschmackvoll eingerichtet. Top! Weitere Sitzmöglichkeiten gab es zudem im Außenbereich.
Nachdem wir also erfahren haben, wie wir mit den Autos bis zum Zelt kommen würden, ging es wieder per Pedes zurück zum Parkplatz. Der Schweiß rann…
Schnell war unser Equipment ausgepackt und im Backstagebereich untergebracht. Leider gab es hier nichts zu Essen, dafür aber einen Kühlschrank mit Bier und Cola. Eine warme Mahlzeit stand uns dann doch noch zu. Aber Bandbetreuung geht auch besser. Leider war vor dem Auftritt keine Zeit, sich etwas Köstliches am Grillstand zu besorgen und mit vollem Bauch auf die Bühne zu gehen ist auch nicht besonders ratsam.
So ging es dann um kurz vor sechs auf die Bühne. Der Umbau erschien ewig lang. Ein wenig ärgert es mich, wenn sich Bands nach ihrem Auftritt nicht sofort daran begeben, ihr Zeugs für die nächste Band weg zu räumen…. Letztendlich kam aber alles gut ins Rollen, Ströme wurden noch verlegt und alles wurde gut. Die Stagecrew hat hier einen klasse Job gemacht, trotz unbefugter Eingriffe eines diversen Musikers, dem das alles nicht schnell genug ging.
Für einen Soundcheck blieb keine Zeit mehr. So hieß es anzufangen und zu hoffen, dass Jürgen die ganze Sache nach vorne in den Griff bekommt. Ich glaube, das hat er auch. Nur auf der Bühne war es zeitweise etwas schwierig, aber da muss man meines Erachtens durch. Ich finde es als Zuschauer nervig, wenn die Musiker nach den ersten Stücken anfangen, sich mit dem Mischer zu unterhalten, was noch alles auf den Monitor muss.
Ein paar Songs mussten leider gestrichen werden, weil es zeitlich etwas eng wurde. Natürlich wurde wieder einmal der Chaosraben-Song von der Chaosrabenfraktion gefordert, den wir dann doch noch zum Besten gaben. War ja eigentlich nicht so geplant ;-)
Die ganze Show schien etwas durcheinander auszufallen. Vloh hatte Probleme mit seiner Fußmaschine, was wir mit der „Black Rose“ überbrückt haben. Hier musste das Intro ausfallen, weil ich die Gitarre anfangs nicht gehört habe und nicht wusste, wo die Töne sind. Da sind noch meine leichten Defizite im Umgang mit der siebensaitigen Gitarre erkennbar.
Aber letztendlich waren die positiven Reaktionen des Publikums ein Zeichen dafür, dass über die kleinen Fehler hinweggehört wurde und alle ihren Spaß hatten. Etwas verdutzt war McSchaf von den Chaosraben, den Ute auf die Bühne beordert hat, weil er zu leise mitgesungen hat. Sanktionen folgen direkt! Den Koboldkönig hat er dann aber gut hinbekommen.
Leider war die Zeit mal wieder viel zu schnell rum und leider hieß es dann wieder, alles abzubauen. Als die Autos wieder beladen waren, hieß es endlich Essen holen und der drohenden Unterzuckerung entgegen zu wirken. Aber die Auswahl am Stand war zu diesem Zeitpunkt nur noch eingeschränkt. Das Putenbrustschnitzel mit Kartoffel- und Krautsalat war allerdings sehr lecker und so viel soll man abends ja auch nicht mehr zu sich nehmen.
Nach einigen netten Gesprächen hieß es dann Abschied nehmen und zurück zum Proberaum zu fahren. Wirklich anstrengend ist es dann, das gesamte Zeugs wieder aus den Autos auszuräumen. Mir fällt nur Einer ein, dem die 50 Kilo Box nichts ausmacht…
Irgendwie war das dann auch geschafft und es tat gut, noch etwas zusammen zu sitzen und über den Tag zu reden.
Alles in allem war es ein netter und lustiger Abend. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass es kaum etwas Besseres gibt, als auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen. Schön war zudem, dass es einige Leute endlich geschafft haben, zu einem unserer Konzerte zu kommen.
Mit Spannung und Freude erwarten wir nun die ersten Support-Shows für Fiddler’s Green im Oktober in Heilsbronn und Stuttgart. Anschließend gibt es dann das Halloween-Event mit den Off Limits in Leer und Oldenburg. Den voraussichtlichen Jahres-Abschluss werden wir dann wieder mit Fiddler’s Green in Osnabrück zelebrieren. Aber wer weiß, was noch kommt…