Yo ho Freunde,
leider ist der erstverfasste Bericht zu diesem Gig
irgendwo im Nirvana der DSL-Leitungen verschwunden. So bleibt mir nichts
anderes übrig, als meine Eindrücke vom Geburtstags-Gig in Monheim
erneut in die Tasten zu hauen.
Es ergab sich, dass Alex, bekannt
als Palaestrus, uns fragte, ob wir Lust hätten, auf seiner
Geburtstagsfeier zu spielen. Solche Anfragen lehnen wir zumeist ab, da
der zeitliche und finanzielle Aufwand das Ganze einfach nicht aufwiegt
und wir zudem jedes Wochenende unterwegs wären. In diesem Falle sollte
es aber eine halböffentliche Feier in einer Kneipe sein. Das klang dann
doch ganz gut, so dass wir uns entschlossen, unserem Chaosrabenalex
beizustehen. Letztendlich muss ich sagen, machte mich die Aussicht auf
einen seiner selbstgebastelten Hamburger auch ziemlich neugierig....
Die
Vorbereitungen für eine Show fangen gewöhnlich früh an. Die Gitarren
müssen gereinigt, Batterien überprüft, eventuell noch neue Saiten
aufgezogen werden, wenn sie schon etwas länger drauf sind. Dazu das
Bühnenoutfit einpacken und den Kopf bloß nicht vergessen.
Zwischenzeitlich muss das Kind noch bespaßt und der Müll rausgebracht
werdne und der Kater trommelt auch schon auf seinem Napf und will
frisches Futter. Ein kleiner Einblick im Leben eines Hobby-Musikers ;-)
So ist das.
Nachdem das Auto vollgetankt wurde, durchatmen und
ab zum Proberaum. 14:00 Uhr, die Band, außer Vloh wartete schon. Da wir
in den letzten Wochen berufsbedingt nur wenige gemeinsame Proben hatten,
wollten wir vorher noch einmal die neuesten Songs durchgehen. Leider
kam uns der Stau in Gelsenkirchen in die Quere, so dass Vloh sichtlich
entspannt von der Fahrt, etwas später eintraf. Trotzdem macht es Spaß,
vor einem Gig nochmal etwas zu proben. Man ist lockerer und kann sich
gemeinsam auf den Abend freuen. Schöne Sache!
Halb vier Uhr hieß
es denn auch die Brocken packen und ab nach Monheim. Nach einer knappen
Stunde Fahrt kam schließlich das "House of Rock" in Sicht. Ne Wacken
Flagge wies uns den Weg. Das konnte nur Gutes bedeuten. Die Location
erwies sich etwas gemütlicher, als von Alex geschildert. Unser
Schallereignissortierer Jürgen war schon vor Ort und hatte seine Anlage
aufgebaut. Das anfängliche Rätselraten, wer sich wo positionieren könnte
wurde dann auch rasch auf die Weise gelöst, als dass Vloh eben keine
Möglichkeit hatte, irgendwie hinter seinem Set hervorzukommen, wenn man
ihn erst einmal zugestellt hat. Egal, Hauptsache es rockt, oder?
Nachdem
also die gesamte Kneipe mit unserem Equipment zugestellt wurde, gabs
erstmal nen fetten Hamburger von Alex. Hut ab, Kollege, der war GUT!
Also, Leute, wer den Industriefraß leid ist und mal nen richtig guten
Burger essen will, wende sich an Alex, dem Burgerraben...
Jürgen
hatte, wie immer, alles im Griff. Die Brocken waren recht schnell
aufgebaut und der Sound gecheckt. Es ist immer schwierig, so kleine
Locations zu beschallen, da man sich auf der Bühne immer sehr schlecht
hört. Aber wenn die Leute Spaß haben und nach Außen gut hören können,
relativiert sich diese Gegebenheit wieder.
Nach dem Soundcheck
ging es denn gegen halb sieben Uhr nach oben, in den Backstagebereich.
Außer, dass meine Schuhe am Boden festklebten und ich meine Schuhe und
Socken quasi abziehen musste, wars doch sehr gemütlich. Sogar ein
Billiardtisch stand zur Verfügung. Ute nutze die Gelegenheit und zog
Vloh erstmal voll ab. Unglaublich, mit welch ruhiger Hand sie die Kugeln
weghaute... na ja...jedenfalls ließen wir es uns richtig gut gehen und
man konnte hören, wie die ersten Leute unten eintrafen und sich die
Kneipe füllte.
Es muss so gegen 20:00 Uhr gewesen sein, dass mein
Hirn aussetzte und ca. 2 Stunden gedauert haben, bis ich wieder einen
klaren Gedanken fassen konnte... Was für ein Abriss! Trotz der beengten
Verhältnisse machten die Chaosraben Hitze im Saal. Fast jeder Song wurde
lauthals mitgegröhlt und selbst die gelegentlichen technischen
Ausfälle, weil mal wieder irgendein Netzteilstecker versehentlich
herausgetreten wurde, wurde zur Nebensache. Eines muss man den
Chaosraben zugestehen...feiern können die!
Auch nach der Show
war es ein schöner Abend. Ersteinmal hieß es, sich trockene Sachen
anzuziehen und die ganzen Brocken einzupacken. Nach vielen Gesprächen,
leckerem Chaosrabenkuchen (ich fange an, den zu lieben!) hieß es dann
gegen 1 Uhr die Heimfahrt antreten. Zu Hause muss das Auto schließlich
wieder entladen werden und eine Dusche ist dann auch noch willkommen.
Ein anstrengender Tag, aber er hat uns mal wieder gezeigt, wofür wir das
machen. Für Euch!
Ach ja. Ich wurde auf unseren Sound
angesprochen. Wir machen weiter Crossover Folk und wir werden
musikalisch weiterhin nicht einzuordnen sein. Weil wir das machen, was
wir gut finden und weil wir aus verschiedenen Musikrichtungen kommen. Es
wir weiterhin folkig genauso abgehen, wie metallisch. Ihr werdet
weiterhin so viel Spaß haben-öhm und wir auch. Und das ist das, was ich
an meiner Band so toll finde! punch on!